Auch für Menschen mit Behinderungen gibt es gute Möglichkeiten, eine Sprachreise zu unternehmen. So sind einige Schulen barrierefrei oder beschäftigen Lehrer, die sich mit spezifischen Behinderungen auskennen. Diese Schulen stellen einen Betreuer zur Verfügung und gehen individuell auf die Bedürfnisse des behinderten Sprachschülers ein. Auf diese Weise kann dieser von allen Vorteilen einer Sprachreise profitieren.

Buchung einer Sprachreise

Fange unbedingt frühzeitig an, deine Reise zu planen. Nimm vor der Buchung Kontakt mit dem Veranstalter auf. So kann dieser dir dabei helfen, das am besten auf dich abgestimmte Angebot auszusuchen. Außerdem weiß die Sprachschule so schon vor deiner Ankunft, wie sie dich am besten unterstützen kann. Dies ermöglicht dir, den größten Nutzen aus deiner Reise zu ziehen. Es gibt viele Organisationen, die bereit sind, individuelle Sprachreisen für behinderte Menschen zu planen und durchzuführen.

Wichtige Fragen, die es mit dem Veranstalter zu klären gilt

Da man mit einer Behinderung besondere Bedürfnisse hat, ist es sehr wichtig, diese vorher mit dem Veranstalter und der Schule abzuklären. Folgende Fragen müssen auf jeden Fall besprochen werden:
Bestehen besondere Bedürfnisse, wie zum Beispiel bei der Fortbewegung oder in Bezug auf Mahlzeiten?
Welche Art der Behinderung liegt vor? Brauchst du zum Beispiel eine barrierefreie Schule oder ein rollstuhlgerechtes Transportmittel?
Sind spezielle Hilfsmittel nötig, wie zum Beispiel Lehrmaterialien in Blindenschrift?
Welche Aufgaben müssen deine Betreuer auf jeden Fall erfüllen können? Ist besondere Assistenz nötig?
Falls du eine Begleitperson dabei hast, solltest du auf jeden Fall auch abklären, ob dieser ebenfalls einen Sprachkurs machen möchte.

Zusätzliche Kosten

Manche Organisationen bieten eine kostenlose Beratung für Menschen mit Behinderungen an. Andere Organisationen erheben aufgrund des erhöhten Verwaltungsaufwandes eine Gebühr. Diese kann zwischen 40 bis 60 Euro liegen. Bei Buchung eines Privatkurses fallen außerdem höhere Kosten an als bei normalen Sprachkursen. Auch solltest du bedenken, dass die Unterkunft möglicherweise etwas teurer ausfallen könnte. Dies ist aber nicht zwingend der Fall.

Barrierefreie Sprachreisen

Es gibt einige Schulen, die barrierefrei sind. Das heißt, dass die Klassenzimmer groß genug sind für Rollstühle und es vor den Eingängen keine Treppen gibt. Auch liegen diese Schulen meist in einer Stadt, die direkt mit dem Flugzeug erreichbar ist. So kommt man ohne große Probleme an und muss nicht noch stundenlang mit dem Zug oder Bus fahren. Manche Sprachschulen haben ein rollstuhlgerechtes Auto zur Verfügung, mit dem sie den Sprachschüler am Flughafen abholen können. Diese Schulen bieten auch rollstuhlgerechte Unterkünfte an. Es ist manchmal möglich, in einer Gastfamilie unterzukommen. Residenzen eignen sich jedoch meist besser für Sprachschüler im Rollstuhl. Sie weisen breitere Gänge auf und liegen meist näher bei der Sprachschule. Bei den meisten Organisationen findest du die Information, ob die Schule barrierefrei ist, in der Beschreibung. Falls nichts dabei steht, kannst du dich auch direkt bei der Schule erkundigen. Beachte aber, dass die Standards in anderen Ländern unterschiedlich ausfallen können.

Angebote für Menschen mit Seh-, Hör- oder Lernbehinderung

Manche Sprachschulen beschäftigen Lehrer, die besondere Kompetenzen aufweisen. So gibt es Lehrer, die sich mit Lernbehinderungen auskennen. Andere haben Erfahrung mit Gehörlosen oder Blinden und können so individuell auf die Bedürfnisse des Schülers eingehen. Nach vorheriger Absprache werden außerdem von vielen Schulen Hilfsmittel für Hör- oder Sehbehinderungen angeboten. Oft bieten sich Privatkurse an, da der Lehrer den Schüler so viel besser unterstützen kann.

Spezielle Angebote

Eine weitere Möglichkeit ist es, eine spezielle Sprachreise „zu Hause beim Lehrer“ zu buchen. Das bedeutet, dass der Schüler beim Lehrer daheim wohnt. Der Unterricht ist so viel intensiver, sodass der Schüler die Sprache viel besser lernen kann. Dies ist zwar mit höheren Kosten verbunden, bietet jedoch weitere Vorteile. So kann der Lehrer individuell auf die Bedürfnisse des Schülers eingehen, zum Beispiel auch in Bezug auf die Interessen und das Sprachenlevel. Außerdem setzt du dich viel intensiver mit der Kultur und dem Alltag deines Ziellandes auseinander, weil du sie hautnah miterlebst.

Weitere Tipps

Am besten ist es, wenn du die Hauptsaison von etwa Mitte Juni bis Anfang September meiden kannst. Dadurch sind weniger Schüler unterwegs und dein Betreuer kann so viel besser auf dich eingehen.