Ein Praktikum in Großbritannien erweitert den Horizont und stärkt die Persönlichkeit eins jeden. Zudem macht sich ein Auslandsjob immer gut im Lebenslauf und erhöht somit die Chancen auf deinen angestrebten Traumjob. Deshalb gibt es für Menschen ohne Handicap unzählige Angebote und Möglichkeiten in Großbritannien ein Praktikum zu machen. Wer hingegen an einen Rollstuhl gebunden ist und im Ausland nach Arbeit sucht, hat es mit einen erhöhten Planungsaufwand zu tun – aber nichts ist unmöglich: Dank guter Recherche und Vorbereitung wird der Traum vom Auslandspraktikum in England auch mit Handicap schnell wahr.

Im Folgenden erfährst du mehr über ein paar Punkte, die du einplanen solltest:

  • eine barrierefreie Unterkunft suchen und finden
  • der Arbeits- und Praktikumsplatz sollte barrierefrei sein
  • gute medizinische Versorgung
  • passende Auslandskrankenversicherung
  • falls notwendig: Unterstützung durch eine Assistenz

Barrierefreies Leben und Arbeiten

Natürlich ist es wichtig, dass du dir den Alltag während deines Auslandsaufenthalts so einfach wie möglich machst. Deshalb heißt es: Sorge für Barrierefreiheit auf ganzer Linie. Das heißt, sowohl bei deiner Unterkunft als auch bei deinem Praktikumsplatz hat Barrierefreiheit einen hohen Stellenwert. Wichtig zu dem, dass du vorher mit deinem britischen Arbeitgeber abklärst, was du – und vor allem – was du nicht machen kannst.

Die richtige Krankenversicherung

Im Normalfall gehen Auslandspraktika in England über einen längeren Zeitraum – sprich mindestens drei bis sechs Monate. Deshalb ist es notwendig, sich unabhängig von der deutschen Krankenversicherung auch im Ausland zu versichern – falls du nicht über deinen Arbeitgeber in England versichert bist. Die Kosten für die Versicherung sind dabei von der Länge der Aufenthaltsdauer und deinen ausgewählten Leistungen abhängig. Aber Achtung: Normalerweise müssen alle medizinischen Kosten im Fall der Fälle zuerst selbst getragen werden, bis die Krankenkasse diese zurückerstattet. Die eine oder andere finanzielle Rücklage ist also sinnvoll.

Das öffentliche Leben

Gerade wenn du dein Auslandspraktikum in einer britischen Großstadt machst, wirst du nicht drum herum kommen, auch die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen. Aber keine Sorge: Auch mit Handicap kannst du ganz einfach viele öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Die meisten Airports sind mit barrierefreien Zugängen sowie Rollstuhlrampen ausgestattet. Und auch Busse, Züge und U-Bahne sind oft behindertengerecht ausgestattet. Gemäß einem Gesetz müssen bis 2017 sogar alle Busse in ganz Großbritannien rollstuhlgerecht ausgestattet sein.

https://www.visitbritainshop.com/deutschland/artikel-und-news/guide-fuer-besucher-mit-behinderung/

http://www.disabledpersons-railcard.co.uk/travel-assistance/

Die passende Finanzierung und Förderung

Es ist üblich, dass bei Auslandspraktikas in England ein kleines Gehalt bezahlt wird. Dieses deckt oft einen Teil der Kosten vor Ort. On top gibt es noch die Möglichkeit Auslands-BAföG zu beantragen. Allerdings gilt hier: Der Aufenthalt muss mindestens sechs Monate beziehungsweise zwölf Wochen betragen. Zudem solltest du den Antrag auf Auslands-BAföG mindestens ein halbes Jahr im voraus stellen. Daneben gibt es noch die Möglichkeit eines Stipendiums für Studenten mit Behinderung. Hier kommen der DAAD oder das Erasmus+-Programm in Frage. Für Praktikumsaufenthalte in Europa wird von jungen Menschen besonders gern das Erasmus+-Programm genutzt. Dieses stellt Sonderförderungsmittel für mehr Mehrkosten zur Verfügung. Mehrkosten sind zum Beispiel:

  • Barrierefreie Unterkunft
  • Hilfen am Praktikumsplatz vor Ort
  • Transportkosten für die An- und Abreise
  • eventuell Kosten für eine zusätzliche Unterkunft einer Assistenz
  • eventuelle medizinische Versorgungskosten

Wichtige Information: Antragsberechtigt für das Erasmus+-Programm sind Studenten mit einer Behinderung von mindestens 50 Prozent.

www.erasmusplus.de

www.daad.de

Fazit:

Hürden gibt es immer – egal, mit oder ohne Behinderung. Aber eines ist sicher: Du nimmst garantiert viele tolle Erfahrungen von deinem Auslandspraktikum in England mit nach Hause. Obendrein lernst du die englische Sprache besser kennen und deine künftigen Karrierechancen verbessern sich ungemein. Also: Los geht’s!