Au Pair oder Sprachreise

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Welches Programm ist das richtige für dich?

Die Welt steht uns heutzutage mit nahezu unbegrenzten Möglichkeiten offen. Doch gerade das, macht die Entscheidung oft so schwierig: Ins Ausland ja. Aber wie? Au Pair, Sprachreise, Work and Travel oder ein Auslandspraktikum? Wer seine Englischkenntnisse als Au Pair oder bei einer Sprachreise in England aufpolieren möchte, muss aus sprachlicher Sicht genau abwägen:

PRO: Sprachreise

Die Sprachreise bietet ein- oder mehrwöchige Aufenthalte an, oft mit einer Unterbringung in Gastfamilien, in Verbindung mit einem täglich mehrstündigen Sprachkurs. Dadurch kann man in kurzer Zeit sehr intensiv seine Grammatikkenntnisse vertiefen und verbessern und wird – an einer guten Schule- auch von kompetenten Lehrkräften optimal und individuell gefördert. Des Weiteren besteht hier die Möglichkeit, mit Gleichaltrigen gemeinsam zu lernen und somit noch nicht sofort ins „kalte Wasser“ der Selbstständigkeit geworfen zu werden. Eine gute Möglichkeit, um herauszufinden, ob man im Ausland sofort Heimweh bekommt oder ob man sich auch einen längeren Aufenthalt vorstellen kann! Übrigens: Eine Sprachreise kann man noch recht kurzfristig organisieren!

Contra: Sprachreise

Eine Sprachreise ist in Anbetracht des kurzen Aufenthalts eine kostspielige Angelegenheit: Man muss je nach Anbieter und Level mit ca. 1000€ (und mehr) für zwei Wochen rechnen. Allerdings bieten einige auch Flugbuchung, Unterbringung und Verpflegung für diesen Preis an. Hierbei lohnt sich oft ein zweiter Blick.

Manche Sprachschulen können nicht alle Sprachniveaus abdecken, sodass niedrige und höhere Level zum Nachteil der Fortgeschrittenen gemeinsam unterrichtet werden. Außerdem zu bedenken: Oft finden sich auch bei größter Motivation doch die deutschen Grüppchen wieder und Englisch wird nur in der Schule gesprochen.

PRO: Au Pair

Als Au Pair sollte man etwas mehr Zeit mitbringen: Unter 6 Monaten ist es schwerer, vermittelt zu werden, da die Familien sich nicht ständig umgewöhnen wollen. Während man bei einer Sprachreise auch als Jugendlicher Angebote findet, sollte man als Au Pair mindestens 18 Jahre alt sein und über genügend Vorerfahrungen mit Kindern verfügen. Aus sprachlicher Sicht gibt einem ein Au Pair- Jahr die Möglichkeit eines längeren Aufenthalts im englischsprachigen Ausland und dadurch ein intensiveres „Eintauchen“ in die Sprache und auch in den Alltag. Somit bieten sich auch mehr Möglichkeiten für neue (dauerhaftere) Freundschaften. Die Kommunikation mit der Familie und ihren Freunden ist zu 100% auf Englisch, sodass man gezwungen ist, Englisch zu sprechen und so sehr schnell Fortschritte macht. Bei vielen Programmen kommt die Familie außerdem für einen begleitenden Sprachkurs auf, sodass auch Grammatik und Co nicht völlig aus dem Blickfeld verschwinden.

Contra: Au Pair

Als Au Pair kann sich der sprachliche Input in Grenzen halten, wenn man letztlich für Babybetreuung und Haushalt zuständig ist und kaum Ansprache hat. Die Aufgaben und freien Tage sollten vorher genau festgelegt werden, damit man darauf verweisen kann. Notfalls ist der Wechsel der Familie möglich. Achtung! Auch die Au Pair-Vermittlung durch größere Agenturen ist nicht kostenlos: Viele berechnen bereits ab dem Erhalt der ausführlichen Bewerbung 10% bzw. ab der Vermittlung 95%, man sollte sich also genau überlegen, ob man diese finanzielle Verpflichtung eingehen möchte. Die Alternative ist eine privat organisierte Au Pair-Familie, bei der man aber vertraglich nicht immer so abgesichert ist wie über eine professionelle Agentur.

Das Bewerbungsverfahren ist bei Au Pair-Vermittlungen recht langwierig: Vom ersten Kontakt bis zum Abflug sollte man etwa 6 Monate Vorbereitung einrechnen.

Fazit:

Kostenlos kommt man fast nie ins Ausland. Man muss sich jedoch vorher genau überlegen, worauf der Fokus liegen soll: Grammatik pauken für eine wichtige Prüfung? Dann ist eine Sprachreise intensiver und zielführend. Eintauchen in den englischsprachigen Alltag, im Kontext Wörter lernen und englischsprachige Freunde finden? Wenn man sich die Zeit nehmen kann, ist man dann als Au Pair besser aufgehoben. Aber egal, was ihr macht: Enjoy yourself!