England: Das Land der Queen. Bekannt für Pubs, London, Regen, Küsten, Schiffe, schlechtes Essen (?) und den unverwechselbaren „english accent“. Wer hätte ihn nicht gerne? Abgesehen davon, dass dieses Land, das die Weltgeschichte so stark geprägt hat, noch jede Menge mehr zu bieten hat. Die ideale Art und Weise, um das für sich herauszufinden, wäre es, in England zu arbeiten. Nur so kann man den Alltag und die Mentalität der Engländer, sowie den Humor verstehen und lieben lernen.

Hotellerie und Gastronomie

Die Möglichkeiten für das Arbeiten in England sind hier vielfältig. Klassischerweise findet man am einfachsten Jobs in der Hotellerie und Gastronomie, was insofern Vorteile bietet, als die Arbeit hier auch mit dem Mindestlohn bezahlt wird. Teils sind somit auch Unterkunft und Essen inklusive, das hängt aber von der Stelle ab. Auch als Aushilfe im Einzelhandel findet man schnell eine Anstellung.

Praktika – Arbeiten in England

Hier arbeitet man zwar viel- 6-8 Stunden am Tag– und erhält wertvolle Eindrücke, bis auf sehr wenige Ausnahmen wird man hierfür allerdings nicht bezahlt. Insbesondere Journalismus-Praktika sind zwar spannend, aber wenig einträglich. Gerade im Ballungszentrum London, dessen Mietpreise in zunehmend astronomische Höhen steigen, tut man sich dann schwer oder muss die Aufenthaltszeit stark kürzen.

Work and Travel in England

Dafür sollte man etwas mehr Zeit mitbringen, letztlich wird man aber auch häufig in der Hotellerie oder Gastronomie eingesetzt. Vorteil dabei ist die häufige Kombination mit einem Sprachkurs, sowie die Vermittlung einer Unterkunft. Teils gibt es auch schon Angebote für das E-learning, bei dem der Sprachkurs bereits vor der Anreise online absolviert werden kann. Damit hat man bereits eine erste Referenz bzw ein Zertifikat für die Bewerbungen.

England ist (noch) nicht das klassische Work & Travel- Land doch auch hier gibt es mittlerweile Angebote in Adventure Camps Teamer zu werden, sich um die kulinarische Versorgung, die Reinigung oder die Instandhaltung zu kümmern. Dabei erhält man ca 100 Pound/ Woche und sollte sich mindestens 4 Monate vorher bewerben. Auf die Tätigkeit selbst wird man durch ein zehntägiges Training speziell vorbereitet. Hier sind allerdings die Arbeitszeiten nicht klar begrenzt und man ist in Mehrbettzimmern mit anderen Teamern untergebracht. Dennoch ist es eine weitere Möglichkeit, im Sommer in England für kurze Zeit zu arbeiten.

Qualifizierte Jobs – Arbeiten in England

Diese Jobs zu bekommen, ist etwas schwieriger. Denn wieso sollte sich ein englischer Arbeitgeber gerade für euch entscheiden, wenn er ebenso gut einen englischen Bewerber einstellen könnte, bei dem nicht die Gefahr besteht, dass er möglicherweise schnell wieder nach Deutschland zurückkehren möchte? Auch für diese Jobs gibt es natürlich Portale (www.indeed.co.uk) , am allerbesten geht man jedoch vor Ort auf Jobsuche, indem man auch Zeitungen nach Jobanzeigen durchforstet. Wer ein passendes Angebot gefunden hat, sollte eine Online-Bewerbung in Betracht ziehen, die in England gebräuchlicher sind als hier. Ganz besonderes Augenmerk sollte man dem Motivationsschreiben schenken und hier einen guten Eindruck durch fehlerfreies Englisch und eine gute Begründung, sowie die Vermittlung der eigenen Qualifikation und Verlässlichkeit machen. Die Engländer sind insgesamt große Anhänger des „understatement“- man sollte also auch nicht zu sehr protzen. Die Bewerbung enthält in England kein Bewerbungsfoto, das ist eine deutsch Eigenart. Es sei denn, es kommt bei der Tätigkeit auf ein bestimmtes Aussehen an. Für die „political correctness“ bleiben im „Curriculum Vitae“ (CV) jedoch auch Geburtsort, Familienstand, Religion und Beruf der Eltern außen vor, also Achtung!

Wenn es tatsächlich mit einem Vorstellungsgespräch geklappt hat, sollte man ein paar Smalltalk-Floskeln (insbesondere zum Wetter) bereit halten und sich darauf einstellen, dass die neuen Arbeitgeber eher die Persönlichkeit einschätzen wollen als mit aller Macht die Schwächen herauszufinden.

Praktisches

Um in England zu arbeiten, braucht man als EU-Bürger keine besonderen Papiere. Allerdings sollte man eine englische Steuernummer und ein englisches Konto für die Überweisung des Gehalts haben. Außerdem kann man sich als dortiger Arbeitnehmer über den NHS (National Health Service), die gesetzliche Krankenversicherung, kostenlos versichern lassen. Man sollte jedoch vorher mit der deutschen Krankenkasse abklären, ob und inwiefern das überhaupt nötig ist, da die Krankenkassen in Deutschland automatisch auch europaweit gelten sollten. Möglicherweise machen aber Sonderversicherungen für einen schnellen Rücktransport im Krankheitsfall zum Beispiel Sinn. Wer plant, auf englischen Straßen den Linksverkehr zu testen, sollte sich am besten einen internationalen Führerschein besorgen.

Das Gehalt könnte ca. 10% weniger betragen als in Deutschland, dafür sind aber die Lebenshaltungskosten höher und die Steuern niedriger.